Equity Story

Unternehmensprofil
RHI ist ein global agierender Anbieter hochwertiger Feuerfestprodukte, -systeme und Dienstleistungen, die für industrielle Hochtemperaturprozesse über 1.200 °C unverzichtbar sind.

Mit rund 7.500 MitarbeiterInnen, 30 Produktionswerken und mehr als 70 Vertriebsstandorten bedient RHI mehr als 10.000 Kunden aus der Stahl-, Zement-, Nichteisenmetalle-, Glas-, Energie- und Chemieindustrie in fast allen Ländern der Welt. Pro Jahr produziert RHI mehr als 1,5 Millionen Tonnen Feuerfestprodukte und liefert maßgeschneiderte Produkt- und Systemlösungen.

Feuerfeste Auskleidungen von RHI stellen sicher, dass unterschiedlichste Aggregate (z.B. Stahlpfannen, Zementdrehrohröfen, Kupferkonverter oder Glaswannen) extremen thermischen, mechanischen und chemischen Belastungen standhalten.

Die Herstellung von Feuerfestprodukten ist rohstoffintensiv. Die natürlich vorkommenden Rohstoffe Magnesit und Dolomit bilden das Ausgangsmaterial. Rund 70% der globalen Vorkommen befinden sich in drei Ländern: China, Nordkorea und Russland. RHI deckt rund 80% des Bedarfes aus acht konzerneigenen Rohstoffstandorten und ist damit weitgehend unabhängig von den Rohstoffmärkten.

Hohen Stellenwert innerhalb des RHI Konzerns hat die Forschung. Die Innovationskraft, die RHI zum weltweiten Technologieführer gemacht hat, beruht auf der jahrzehntelang etablierten Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft. Jährlich werden mehr als € 20 Mio in diesen strategisch wichtigen Bereich investiert.

Hauptnachfragetreiber nach Feuerfestprodukten sind Wohlstandswachstum, das Level der industriellen Produktion und Infrastrukturprojekte. Obwohl Feuerfestprodukte weniger als 2% der Produktionskosten der Kundenindustrien ausmachen, sind sie entscheidend für die Qualität der hergestellten Produkte.

Im Jahr 2016 erzielte RHI einen Umsatz von € 1.651,2 Mio. Die unten stehende Grafik zeigt den Umsatzanteil je Segment und Region.

 

Strategie & Finanzielle Ziele
Der RHI Konzern verfolgt seit mehreren Jahren eine klar definierte Strategie, die auf dem Ausbau der Marktpräsenz in den Wachstumsmärkten, der Differenzierung durch Technologie und Innovation, einem abgesicherten Eigenversorgungsgrad an Magnesiarohstoffen sowie einer optimierten Kostenstruktur beruht.

Für RHI stellen sich hierbei folgende zentrale Herausforderungen:
  - Reduziertes globales Wachstum mit starken regionalen Unterschieden
  - Erhöhter Wettbewerbsdruck aufgrund eines starken Fokus der Kunden auf ihre operativen Kosten
  - Zunehmend volatiles Nachfrageverhalten der Kunden
  - Niedriges Preisniveau bei Rohstoffen und Grundstoffen
  - Deutliche Überkapazitäten in der globalen Feuerfestproduktion, vor allem in China 

Um diesen Herausforderungen entgegenzutreten, wurden aufbauend auf den Stärken des RHI Konzerns folgende wichtige Kernpfeiler definiert:

>> Selektive Ausweitung des Geschäftes mit einem Fokus auf Wachstumsregionen und attraktive Marktnischen
Gemäß den Prognosen des Internationalen Währungsfonds soll das Wirtschaftswachstum in den entwickelten Volkswirtschaften in den kommenden Jahren rund 2% sowie in den Emerging Markets zwischen 4% und 5% betragen. Hierbei gibt es jedoch starke regionale Unterschiede. So wird das dynamischste Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften in den USA mit rund 2,5% sowie in den Emerging Markets in Indien mit rund 7,5% gesehen. Diese beiden Länder stellten für den RHI Konzern bereits im Jahr 2016 mit einem Umsatz von rund € 170 Mio in Indien sowie rund € 150 Mio in den USA die beiden größten Einzelmärkte dar. Aufbauend auf der starken Marktprä­senz sollte RHI überproportional von der Entwicklung in diesen Regionen profitieren und weitere Marktanteile gewinnen. Des Weiteren werden nichtbasische Massen sowie der weitere Ausbau des Flow Control-Geschäftes als strategisch attraktive Marktsegmente gesehen. Die Grafik unten zeigt die Umsatzentwicklung der Division Stahl des RHI Konzerns in Indien sowie den Pro-Kopf-Verbrauch von Rohstahl in ausgewählten Märkten.

>> Differenzierung durch Technologieführerschaft und erstklassiges Service in strategisch bedeutenden Segmenten
Der RHI Konzern richtet sein Angebot gezielt nach den jeweiligen spezifischen Kundenbedürfnissen aus. Das bedeutet einerseits Differenzierung in strategisch wichtigen Segmenten durch Technologieführerschaft und Service und andererseits ein Produktportfolio mit kompetitiven Kosten in den restlichen Segmenten. Ein zentrales Thema zur Differenzierung ist der Ausbau zu einem Komplettsystemanbieter durch Forschung und Innovationen, Partnerschaften und selektive Akquisitionen. Der Fokus wird auf ein Gesamtangebot „von der Pfanne zur Kokille“ im Bereich der Stahlindustrie, eine Ausweitung des Automatisierungsangebots an Maschinen, Manipulatoren und Sensoren bis hin zur Verbindung von Kundenprozessen mit RHI Systemen im Sinne des Industrie 4.0-Gedankens gesetzt. So wurde beispielsweise im Geschäftsjahr 2016 durch einen Kooperations­vertrag mit der italienischen Firma Prosimet S.P.A. das Angebot um Gieß- und Abdeckpulver komplementiert. Somit kann der RHI Konzern auf der Gießbühne als Komplettanbieter agieren. Für preissensitive Kunden soll das Angebot basierend auf dem Einsatz niedriger wertiger Rohstoffe sowie einem höheren Grad an Produkt- und Servicestandardisierung an die Kundenerwartungen angepasst werden. Im Jahr 2016 wurde deshalb parallel zum bestehenden Sorten- und Markenkonzept das Produktportfolio um niedriger performante Produkte im Bereich der basischen Massen und Magnesia-Carbon-Steine für Kunden der Stahlindustrie erweitert. Damit ist RHI in der Lage, einerseits neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig die sich ändernden Anforderungen bei bestehenden Kunden bedienen zu können. Die Grafik unten veranschaulicht den Ladle-to-Mold-Bereich.

>> Ausrichtung des operativen Setups auf strukturelle Marktveränderungen in der Feuerfestindustrie sowie in den Kundenindustrien
Das aktuelle Marktumfeld ist geprägt durch strukturelle Überkapazitäten in vielen Kundenindustrien und eine aggressive Exportstrategie chinesischer Stahlhersteller infolge eines schwachen Heimmarktes. Dies führt zu einem entsprechend hohen Druck auf die Marktpreise und somit auf die Profitabilität der Hersteller und in weiterer Folge auf die Zulieferindustrie. Somit ist für den RHI Konzern erforderlich, die Kosten über die gesamte Wertschöpfungskette stringent unter Kontrolle zu halten. Hierbei liegt der strategische Fokus auf einer Ausrichtung der Produktionskapazitäten in Abhängigkeit der lokalen Nachfrage. Im Zuge des Betriebsstättenkonzeptes beschloss der Vorstand der RHI AG, die mit hohen Fixkosten verbundene Produktion von schmelzgegossenen Steinen aufgrund der volatilen Nachfrage und globaler Überkapazitäten mittelfristig aufzugeben. So wurde im Geschäftsjahr 2016 das US-amerikanische Tochterunternehmen RHI Monofrax, LLC an den deutschen Private Equity Fonds Callista verkauft. Zusätzlich evaluiert der Vorstand des RHI Konzerns, ob ein strukturierter Verkaufsprozess für das italienische Werk San Vito und das russische Werk Podolsk eingeleitet wird oder sie im Konzern weiterhin fortgeführt werden. Die Grafik unten zeigt den generierten Umsatz des RHI Konzerns und die installierten Produktionskapazitäten je Region.

>> Rohstoffintegration abgeschlossen – strategischer Fokus auf der Optimierung zwischen Eigenproduktion und externem Zukauf von Rohstoffen
Rohstoffe machen bei RHI mehr als 50% der gesamten Produktionskosten aus. Der Zugang und die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Rohstoffen sind entscheidend für Feuerfestprodukte, da sie deren Leistungsmerkmale wesentlich beeinflus­sen. Rund 70% der globalen Magnesitvorkommen befinden sich in China, Nordkorea und Russland. Aus diesem Grund betrachtet RHI den Zugang zu eigenen Rohstoffen als strategischen Wettbewerbsvorteil und investierte in den vergangenen Jahren verstärkt in die Erhöhung des Eigenversorgungsgrades an Magnesiarohstoffen. Dieses Ziel der strategischen Rohstoffintegration erachtet der RHI Konzern als erreicht. Der Fokus verlagert sich auf die Optimierung der existierenden Lagerstätten und die Erhöhung der operativen Flexibilität. Hierbei rückt die Balance zwischen der strategischen Nutzung der internen Magnesitversorgung und den externen Kauf- beziehungsweise Verkaufsoptionen in den Vordergrund. So wurde im Geschäftsjahr 2016 die Eigenproduktion von Schmelzmagnesia reduziert und der Zukauf aus China aufgrund des gesunkenen Preisniveaus erhöht. Die Grafik unten zeigt die Preisentwicklung von Schmelzmagnesia und gebranntem Magnesia in US-Dollar pro Tonne.

Aufgrund der Entwicklungen in den Kundenindustrien, des kompetitiven Wettbewerbsumfeldes sowie der globalen Überkapazitäten in der Feuerfestproduktion er­wartet RHI mittel- bis langfristig eine Konsolidierung innerhalb der Feuerfestindustrie. Vor allem am weltweit größten Feuerfestmarkt, China, ist die Industrie mit mehr als 2.000 Produzenten besonders fragmentiert. Entsprechend der Richtlinie der chinesischen Regierung sondieren lokale Hersteller ihre Möglichkeiten für Zusammen­schlüsse. Diese sieht eine Konsolidierung auf rund fünf Unternehmen internationaler Größe in den kommenden Jahren vor und wird auch auf die Feuerfesthersteller außerhalb Chinas einen entsprechenden Konsolidierungsdruck auslösen. Hier spielt RHI durch den geplanten Zusammenschluss mit Magnesita eine aktive Rolle.